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Tropenholz
Greenpeace veroeffentlicht Recherche zu Tropenholz in deutschen Bau- und Holzmaerkten (07.05.2008 14:22 Uhr)
Urwaldkiller Holzhandel
Greenpeace veröffentlicht Recherche zu Tropenholz in deutschen Bau-
und Holzmärkten Mainz, 7. 5. 2008 - Bundesweit werden in Baumärkten und
Holzhandlungen Produkte aus illegaler Urwaldabholzung verkauft. Das ist
das Ergebnis einer Recherche, die Greenpeace in den vergangenen drei
Monaten im deutschen Holzhandel durchgeführt hat.
Die in 700 Geschäften gefundenen Produkte aus beispielsweise Teak,
Bangkirai oder Akazie stammen zu großen Teilen aus Urwaldraubbau sowie
Plantagen, für die Urwald zerstört wurde. Greenpeace-Aktivisten
präsentieren die Ergebnisse der Recherche heute vor dem Tagungsgebäude
der Umweltministerkonferenz in Mainz. Bundesumweltminister Sigmar
Gabriel (SPD) will hier mit den Umweltministern der Bundesländer die
deutsche Position zum kommenden UN-Urwaldgipfel (Convention on
Biological Diversity) formulieren.
Greenpeace fordert Gabriel auf, sich im Vorfeld der Konferenz für
ein europäisches Urwaldschutzgesetz einzusetzen, das den Handel mit
illegalem Holz unter Strafe stellt.
"Nur ein europaweites Urwaldschutzgesetz kann verhindern, dass die
letzten Regenwaldparadiese Amazoniens und Indonesiens als billige
Holzwaren verkauft werden", sagt Corinna Hoelzel, Urwaldexpertin von
Greenpeace."Von Liegestühlen bis Fensterrahmen - der deutsche Holzhandel
bietet das ganze Sortiment aus Urwaldzerstörung an. Deutschland trägt
damit einen erheblichen Teil zur weltweiten Urwald- und Klimazerstörung
bei.
"Das meiste Tropenholz haben die Holzdetektive von Greenpeace bei
Bodenbelägen wie Parkett, Dielen und Terrassenböden gefunden. Auch für
Möbel und Gartenmöbel wird oft Tropenholz ohne Nachhaltigkeitszertifikat
verwendet.
Die am häufigsten entdeckten Holzarten aus Urwaldzerstörung sind
Teak, Merbau und Jatoba, gefolgt von Wengé und Bangkirai. In Deutschland
bieten vor allem die Firma HolzLand und die Baumärkte Hammer und
Hagebau unzertifiziertes Tropenholz an.
Nur das von allen Umweltverbänden anerkannte Siegel des Forest
Stewardship Council (FSC) garantiert Holzprodukte aus ökologisch und
sozial gerechter Waldwirtschaft.
Die Europäische Union setzt mit dem Wald-Aktionsplan bisher nur auf
freiwillige, bilaterale Verhandlungen mit einzelnen
Entwicklungsländern. Zwar wird derzeit eine neue Gesetzesvorlage von der
EU-Kommission ausgearbeitet, die diese freiwilligen Abkommen ergänzen
soll. Aber die deutsche Bundesregierung unterstützt diese Initiative für
ein Urwaldschutzgesetz bislang nicht. "Als Gastgeberin des
UN-Urwaldgipfels in Bonn erwarten wir auch von Bundeskanzlerin Angela
Merkel mehr Engagement gegen die illegale Ausbeutung der Urwälder", sagt
Hoelzel.
Der illegale Einschlag ist verantwortlich für Korruption,
Menschenrechtsverletzungen sowie organisierte Kriminalität in den
Urwaldländern und sorgt für enorme Umweltprobleme. Seltene Tier- und
Pflanzenarten verlieren ihren Lebensraum und der in den Wäldern
gespeicherte Kohlenstoff gelangt als klimaschädliches Kohlendioxid in
die Atmosphäre.
Ein Fünftel der globalen Treibhausgasemissionen stammt aus der Zerstörung von Urwaldgebieten.
Quelle: http://www.greenpeace.org
eMail: info@greenpeace.org